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Was ist wahre Echtheit?

Authentisch ist ein Modewort. Doch was bedeutet es eigentlich authentisch zu sein? Unter authentisch verstehen wir Echtheit. Doch könne Echtheit nicht auch gespielt sein? Ich kann authentisch wirken, doch bin es nicht wirklich. Vielleicht lege ich mir eine Identität auf, die eigentlich gar nicht zu mir passt.

Und wer sagt uns eigentlich was «echt» ist und was nicht? Ist echt eine subjektive oder objektive Angelegenheit? Oder beides zusammen?

Ich behaupte echt ist meistens subjektiv. Echtheit kann für mich etwas andere bedeuten, wie für jemanden anderen.

Wenn ein Mensch kongruent ist und seine Worte mit seinem Verhalten übereinstimmen, haben wir den Eindruck, dass diese Person echt ist. Heutzutage eben «authentisch».

Doch haben wir schon mal überlegt, ob diese Person wirklich so ist, wie sie spricht und sich verhält? Ob diese vermeintlich authentische Art wirklich diese Person ist?

Authentisch kann auch ein Gegenstand sein. Authentische Einrichtung zum Beispiel. Also echte Einrichtung, passend zu den Gegebenheiten. Doch passt denn diese Einrichtung zu der Person, die sie gestaltet hat? Vielleicht hat die Person eine authentische Einrichtung geschaffen, doch muss diese zwingend auch zu ihr passen? Oder ihr gefallen?

Könnte es zum Beispiel sein, dass ich ein Restaurant besitze, dieses Restaurant richte ich authentisch zum Ort ein, es soll echt wirken. Es soll passen. Sagt authentisch dann aus, was ich dazu für ein Gefühl habe? Vielleicht weiss ich, eine Bergbeiz sollte so aussehen, um die «Echtheit» - das bedeutet die Erwartungen der anderen zu erfüllen - darum verhalte ich mich entsprechend, um diesen Erwartungen gerecht zu werden. Ob es mir selbst gefällt und was ich dafür fühle ist eine andere Sache.Somit könnte es sein, dass authentisch vielmehr auf die Erwartungen der Gesellschaft abzielt, als auf meine eigenen Bedürfnisse und Gefühle.

Die viel hochgejubelte «Echtheit» kann also auch gefährlich sein. Denn was echt ist und was nicht, gibt die Gesellschaft und deren Bewusstsein vor. Ein Mensch kann als authentisch gelten, weil er gesellschaftliche Traditionen und Normen widerspiegelt.Ein Jäger zum Beispiel wird als authentisch bezeichnet, weil die Jagd mit «Echtheit» in Verbindung gebracht wird. Doch wenn jemand Jäger ist und sich entsprechend kleidet, bedeutet das noch lange nicht, dass er auch so fühlt. Doch andersherum kann ein Jäger sich zu 100 Prozent als Jäger fühlen, doch sich nicht so kleiden und auch nicht die typischen Verhaltensmuster haben wie sich ein «normaler» Jäger gibt. Ist er deshalb weniger Jäger? Welcher der beiden Jäger ist für die Gesellschaft jedoch authentischer?

Und da ist der feine Unterschied zu Menschen die authentisch wirken, sich so verhalten oder eben auch noch ein echtes Gefühlt dazu haben. Das Wirken ist vom Aussen vorgegeben. Dies kann auch ganz gut gespielt werden. Jeder der schon Theater gespielt hat, weiss wie man sich in eine Rolle geben kann und irgendwann sogar glaubt, man sei die Rolle, die man spielt. Manchmal bekommt man sogar ein Gefühl für diese Rolle, das sind die guten Schauspieler. Doch bedeutet es deswegen auch, dass ich wirklich das bin was ich da spiele?

Wer schon Rollen gespielt hat, weiss wie anstrengend es trotz dem Gefühl dafür ist, eine Rolle gut zu spielen. Die Energie, die man benötigt, ist viel grösser, wenn man etwas tut, das nicht einfach so aus dem Bauch kommt, ohne nachzudenken, ohne anzutrainieren.

Darum müssen wir immer wieder gut unterscheiden, wenn wir von authentisch sprechen; ist es von aussen manipuliert, antrainiert oder sogar absichtlich gewollt. Oder ist es etwas, das aus dem eigenen Bauch kommt? Dann hört man oft, «komisch eigentlich passt es nicht dazu, und trotzdem passt es irgendwie». Und genau dieses «es passt trotzdem» hat mit dem Gefühl zu tun. Es ist nicht der Norm entsprechend, doch es fühlt sich richtig an, dann fühlt es sich auch für das Aussen richtig an. Somit könnte man denken, es ist nicht ganz «echt», doch es ist Kongruent zu dem Bauchgefühl und das macht nicht nur für einem selbst, sondern auch für den Betrachter ein wohliges Gefühl. Mit dem wohligen Gefühl schaffen wir nicht nur neue «Echtheit», sondern öffnen unsere Herzen und die der anderen – erst dann sind wir wirklich authentisch. Denn wir alle streben nach Wohlergehen. Authentizität ist somit nichts «Intelektuelles», sondern vielmehr etwas Intuitives.

fabienneballmer.ch 

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